Berlin

RECORD-RELEASE-KONZERT - 5. Juli 2026 - BERLINER ENSEMBLE

Die Musik Deutschlands zwischen den 1920er- und 1940er-Jahren spiegelte eine Gesellschaft wider, die von tiefgreifenden Umbrüchen geprägt war – gefangen zwischen Vitalität und Verzweiflung. Die Epoche vereinte klassische Traditionen, populäre Tanzrhythmen und frühen Jazz zu einer außergewöhnlichen stilistischen Vielfalt: von mitreißenden Kabarett-Chansons bis hin zu melancholischen Balladen.

Der charakteristische Klang jener Zeit – Berlins eigener „preußischer Swing“ – verband strenge Marschrhythmen mit jazziger Synkopierung und schuf so einen eigentümlich herben und zugleich leichten Stil, der sich bewusst von authentisch afroamerikanischen Einflüssen distanzierte. Hinter heiteren Melodien verbargen sich Melancholie, scharfer politischer Kommentar und subtile Rebellion. Diese Lieder wurden zum Ausdruck einer kollektiven Spannung innerhalb einer Gesellschaft im Wandel.

Als kultureller Seismograph – von der Aufbruchsstimmung der Weimarer Republik bis zum Zusammenbruch des Dritten Reiches – wirkt diese Musik bis heute nach: als Zeugnis dafür, wie Schönheit, Humor und Menschlichkeit selbst in Zeiten größter Unsicherheit entstehen können.

Die renommierte und vielseitige Mezzosopranistin Anne-Sofie von Otter präsentiert gemeinsam mit dem Salonorchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Adam Benzwi ein Programm voller Lyrik, skurrilem Unsinn, Ernsthaftigkeit, wunderschöner Melodien und Operettennummern. Diese farbenreiche Mischung eröffnet einen Blick auf die verborgene Melancholie hinter dem Glanz und der Schönheit dieser Musik.

Session

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